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Andacht:

Gott zeigt sich Unser Garten liegt nicht direkt am Wohnort. Bereits vor dem Gartentor ...
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So 23.01.2022 14:00 Uhr
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Gott zeigt sich



Unser Garten liegt nicht direkt am Wohnort. Bereits vor dem Gartentor lasse ich normalerweise meinen Blick eine Weile über den Garten schweifen und erfreue mich an der sichtbaren Schönheit und Vielfalt von Flora und Fauna unseres Schöpfers. Vor allem in der wärmeren Jahreszeit ist der Garten für mich die „kleine Oase“ im Alltag.
Nach einem der letzten Herbststürme fand ich allerdings ein tüchtiges Durcheinander an Blätterwerk und herumliegenden Zweigen vor. Im Anblick dieser Gartenverwüstung war ich zunächst frustriert, sah ich doch statt der herbstlich bunten Farbenpracht, welche den Rasen bestückte, eine Menge Arbeit vor mir – erst wenige Tage zuvor hatte ich einige Pflegearbeiten darin vorgenommen. Da kam mir dieses Zitat aus der Bibel in den Sinn: „Alles was du tust, das tue in deiner Kraft!“ (Prediger 9,10). Was für motivierende und Mut machende Worte, gerade in heutiger Zeit, welche auch mich an manche Grenze der Überforderung bringt. Beispielsweise aufgrund eigener Perfektionsansprüche, weniger im Garten als der möglichst beständigen Ordnung und Sauberkeit im Haushalt. Bei einer 5-köpfigen Familie mit einem kleinen „Nagerzoo“ ist das natürlich kaum dauerhaft zu halten. Gott zeigt sich im Alltag durch unsere Wahrnehmung seiner Gegenwart. Solche wiederkehrenden Erfahrungen, wie meinen eigenen Ansprüchen nicht zu genügen, sind ein Lernprozess zu unserem Heil. So gesehen haben selbst Enttäuschungen etwas Heilsames. Sie bringen die Wahrheit ans Licht. Gott zu erkennen, bedarf auch der Bereitschaft des Einzelnen, sein Herz zu öffnen, um seine Liebe annehmen zu können. Er weiß um unsere menschliche Unvollkommenheit, von Fehltritten und Schattenseiten und dennoch hält er zu uns.
Jesus lädt uns ein: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“. „... lernt von mir“, so hat es Jesus uns aufgetragen, und „ihr werdet Ruhe finden ...“ (Matthäus 11.28-29).
Mit Blick auf den Garten und die wohlwollenden Bibelworte nahm ich also den Rechen und los ging es: stehend harkend, kniend mit den Händen auflesend und immer wieder den Korb füllend. In den Pausen dazwischen betrachtete ich den Garten in seinem „stillen Wachsen und Gedeihen“. „Groß sind die Werke des Herrn, kostbar allen, die sich an ihnen freuen.“ (Ps. 111,2). Je mehr ich mich des Harkens wegen vom eigenen Wollen „schnell fertig zu sein“ löste, desto leichter fiel mir meine körperliche Betätigung mit dem Rechen. Wenn ich an dieser Stelle anmerke, dass mich an jenem Tage ein paar Sonnenstrahlen durch den bedeckten Himmel sehr erfreuten, dann ist daran nichts Verwunderliches oder Außergewöhnliches.
Doch das Entscheidende ist, dass ich dieses kurzzeitige sichtbare Licht mitten in meinem Alltag bewusst wahrgenommen habe und es mich in meinem Inneren berührt hat.

Juliane Pitzsche