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Wird es wieder »normal«?



Liebe Leserinnen und Leser,
für kurze Zeit – so steht es nicht nur über diesem Stolpener Landboten, für kurze Zeit ist er auch nur hergestellt. Zumindest für kürzer als sonst. Planen geht gerade nicht so gut. Schon etwas besser als vor ein paar Wochen, aber selbst für zwei Monate im Voraus ist es schwierig. Wird die Familienfeier möglich sein? Werde ich in den Urlaub fahren können? Wie lange dauert die Kurzarbeit? Verweht alles im Wind? Wird alles wieder wie früher?

Vor ca. 2500 Jahren, zur Zeit Jeremias, befand sich ein gesamtes Volk in einer Art Zwangs- Quarantäne und musste ebenfalls mit einer Reihe an Kontaktsperren leben. Genau genommen noch mit viel mehr, denn der absolut größte Teil dieses Volkes wurde von der damals vorherrschenden Weltmacht der Babylonier in das Exil verbannt. Eine krasse Herausforderung - und es mag nicht wenige geben, die in diesem Exil keine gute Zukunft gesehen haben und schon gar nicht daran dachten, die Zukunft zu planen. Die Verzweiflung, Resignation und Wut dieses Volkes ist mit den Händen zu greifen. Es ist nicht irgendein Volk, dem es so ging - sondern das von Gott auserwählte Volk Israel. Es wurde keine kurze Zeit. Am Ende waren es 60 Jahre im Exil.

„Die Ängste der Menschen werden weniger, doch sie schauen nicht sehr optimistisch nach vorn“ – beschreibt ein Journalist heute, als ich das schreibe, das gegenwärtige Denken vieler Menschen in unserem Land. Mit Lockerungen schauen wir nicht auf 60 Jahre Einschränkungen. Irgendwie wird’s schon werden, vermuten wir. Aber eben wahrscheinlich nicht so, wie ich mir das vorstelle und wünsche.
Hier hinein spricht Gottes Wort. Der Prophet Jeremia. Auch heute. Wir hören: Wie es am Ende wird, hängt vor allem damit zusammen, was ER im Sinn hat. Jeremia zeichnet ein Leben, was aus den Zusagen und Verheißungen Gottes lebt. Er kann seinem Volk sagen: Er hat Frieden, Zukunft und Hoffnung im Sinn. Das hat er vor. Und sein Wort gilt. Und, macht das einen Unterschied?

Wenn wir hoffen, dass das „neue Normal“ das „alte Normal“ ist: Wahrscheinlich nicht. So eine feste Vorstellung vom Leben ist nicht offen für Worte von außen. Wenn ich aber weitersehe, in mir Gedanken nach Gott aufbrechen, ich die ungesunden Kreisläufe dieser Welt nicht als Non-Plus-Ultra akzeptiere – dann kann die eine oder andere Frage über mein Leben aufbrechen. Und eine Hinwendung zu Jesus Christus erfolgen, in dem Gott seine Treue bewiesen hat. Hoffentlich staunen Sie dann – über Frieden, den sie auch in unbefriedigenden Zuständen finden. Über Hilfe, die Sie erleben. Auf kurze und lange Sicht erfahren Sie – auf diesen Gott kann ich mich wirklich verlassen und mein Leben bauen.

Seien Sie ermutigt, in diesen Tagen offen für ihn zu sein. In unserer Gemeinde lernen Sie dazu Schritte zu gehen.
Herzlich Willkommen!

Ihr/Euer Christian Heurich