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gewählt und berufen...

Es waren keine einfachen Zeiten, in denen sie sich zur Wahl für ein kirchliches Amt gestellt hatten. In der Gemeinde war die Stimmung schlecht. Und das trotz großen Wachstums. Aber da gab es die einen, an die wurde gedacht. Und es gab die anderen, die Zugezogenen, die wurden übersehen. Und dann hören wir, dass die Gemeinde kurz danach noch in eine Verfolgungssituation geriet. Einer starb, viele zerstreuten sich in alle Himmelsrichtungen. Vorbei waren die schönen Zeiten…. Die Rede ist von der ersten christlichen Gemeinde in Jerusalem und die erste „Kirchenvorstands“-Wahl in Apostelgeschichte 6.
Es sind keine einfachen Zeiten, in denen wir heute ein neues Leitungsgremium gewählt und berufen haben. Nein, wir wachsen nicht gerade. Eher im Gegenteil. Wir werden kleiner, die Angebote in der Fläche weniger. Unsere sächsische Kirche ist in einer Krise und wir als Gemeinde mittendrin, das lässt sich nicht leugnen.
Weniger werdende Mittel führen zu weniger Anstellungen. Und wenn schon die Stellen da sind, dann fehlen oft die Leute. Es wird sich wohl in den nächsten Jahren einiges ändern. Es wird nicht mehr wie früher sein. Es wird wohl an der einen oder anderen Stelle auch schmerzhaft. (Stichwort: kirche-im-wandel.org)
Um so erstaunlicher, dass sich auch in dieser schwierigen Zeit Menschen finden, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und nach Lösungen für die Gemeinde der Zukunft zu suchen, auszuprobieren, Neues zu säen, auch mal Niederlagen zu erfahren, aber wieder aufzustehen und weiterzumachen. Einfach ist das nicht. Und darum bitte ich euch um euer (beständiges) Gebet für den neuen Kirchenvorstand und um eure Unterstützung für unsere Kirchgemeinde!
Gemeinde funktioniert wie ein menschlicher Körper, so schreibt es der Apostel Paulus (1. Kor. 12 ff.) Wir sind verschieden, haben verschiedene Begabungen wie verschiedene Körperteile. Jeder kann etwas. Keiner kann alles. Aber wenn wir das, was wir können, auch einbringen, dann wird Gemeinde lebendig und „funktioniert“.
In Jerusalem ging damals Gemeinde ganz anders weiter als vorher. Die „gute alte Zeit“ der Gemeinde war zu Ende. Aber die Gemeinde war nicht zu Ende. Das wünsche ich mir auch für unsere Gemeinde im Stolpener Land mit ihren Ortsteilen.

Ihr Pfr. Tom Seidel