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Stärke in Schwäche



Liebe Leserinnen und Leser!
„Ich mag Musik nur, wenn sie laut ist“ - nicht nur Herbert Grönemeyer vor über 30 Jahren hatte ein Faible für das Laute und Starke. Laute Musik oder starker Kaffee finden immer ihre Fans. Und doch gibt es manche, die gerade in leiser Musik etwas Schönes entdecken und denen bei starkem Kaffee der Kopf brummt.
Das Laute, das Starke – es sieht vordergründig kraftvoll aus. Und doch merken wir immer wieder, dass im Leisen und Schwächeren eine ganz besondere Schönheit zu finden ist.
Als Menschen fällt es uns trotzdem nicht leicht, schwach zu sein. Zuzugeben, dass etwas nicht so gelaufen ist, wie es sollte. Unsere Grenzen zu spüren. Wenn wir älter werden, haben wir oftmals Angst, dem körperlichen Abbau ins Auge zu sehen. In unserer Welt alles Zeichen von Schwäche. Viele Männer versuchen durch imponierendes Verhalten eigene Unsicherheiten zu überspielen. In der Schule in einem Fach nicht so gut zu sein, obwohl ich mir Mühe gegeben habe – und vielleicht den Druck der Eltern zu spüren, dass es eigentlich anders sein müsste.
Die Sehnsucht stark zu sein liegt darin, dass wir als „sehr gut“ von Gott geschaffen wurden. Wir sehnen uns danach, dass wir komplett sind. Gerade weil wir diesen Anspruch verfehlen, wollen wir ihn so oft selbst wieder herstellen und unser Leben selbst in der Hand halten. Und wollen dabei gelegentlich zuviel.
Der Weg zum Heil – er führt für uns nicht über eigene Stärke. Er beginnt dann, wenn wir unsere eigene Schwäche zugeben, aber uns gleichzeitig nicht selbst retten wollen. Wie ein leeres Gefäß sich nicht selbst füllen kann, so braucht unser Leben die Kraft von außen.
Beim Gott der Gnade erleben wir diese Hilfe. Aber so anders, als wir vermuten. Gottes Kraft wird in und durch Schwäche hindurch vollendet - sagt er uns.
Wir erleben das an ihm selbst – denn wer wirklich helfen will, muss dort sein, wo wir Menschen sind. Muss Schwäche an sich ranlassen. Mit den ausgebreiteten Arme des Kreuzes ruft Jesus: Hier bin ich für Dich. Ich stehe an Deiner Seite. Ich stehe für Dich ein. Ich nehme Deine Schwäche, deine Schuld – was Du hast - und gebe Dir Gottes Kraft, Vergebung und Gegenwart in Dein Leben – die ich habe. Meine Schwäche wird Deine Stärke. Mit seiner Auferstehung am dritten Tag hat Jesus bewiesen, dass es wirklich stimmt: Sein Tod war kein Unglück, sondern der Sieg über alles, was uns von Gott trennt. Ein Sieg über unsere Schwäche. Wer Jesus nachfolgt, lebt mit Gott an seiner Seite – und hat Stärke in seiner Schwäche.

Herzliche Grüße
Ihr/Euer Christian Heurich