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Jubel in der stillen Nacht



Liebe Leserinnen und Leser,

es ist eine dunkle Nacht. Und es ist noch ziemlich still. Das ändert sich plötzlich. Jubel steigt auf. Menschen mit Lichtern treten aus den Häusern. Es ist total lebendig, was sich da mitten in der dunklen Nacht abspielt. Und der Himmel, er füllt sich mehr und mehr.
Eine laute Nacht – sehr bewegt, sehr lebendig. Zum Jahreswechsel ist es soweit.
Dabei erleben wir eine Woche zuvor eine Nacht, die noch viel lebendiger ist. Auch wenn es nach außen hin nicht sofort sichtbar wird - in dieser Nacht, der stillen, heiligen Nacht, ist ein Jubel geboren worden, der bis heute nicht aufgehört hat. Ein Jubel, der auch weiter klingt, wenn nach einer dreiviertel Stunde alle Raketen und Wunderkerzen wieder schweigen.
Dieser Jubel kommt leiser daher. Dabei hätten sich in dieser Nacht im Hintergrund Berge gern verneigt. Meere hätten vor Freude gern Wellen geschlagen. Bäume hätten am liebsten getanzt, ob dessen, was dort passiert ist. Doch die Erde hielt die Luft an.
So leise wie Schneefall in der Nacht kam er zur Welt. Gerade als niemand hinsah, in der Dunkelheit der Nacht.
Was ist passiert? Johannes erzählt uns, dass in diesem Moment das Leben unter uns kam. Das Leben, was in allen Momenten des Todes Hoffnung stiftet, dass in Zerstörung Heilung bringt, welches in Sinnlosigkeit Sinn gibt. Das Leben, das nie vergeht. Das Leben, nach dem wir uns alle sehnen.
Jesus ist geboren. Gott ist zur Welt gekommen. Wir haben im Festjahr von Stolpen800 in unserem Stolpener Land in diesem Jahr besonderer Weise Leben gesucht und gefunden. Was haben wir da für besondere Momente auf dem Marktplatz gehabt! Was haben sich Menschen aneinander gefreut! Wie lebendig war das! Viele leben und arbeiten jetzt dafür, dass das auch so bleibt.
Wenn all das Leben bedeutet, was wird dann erst passieren, wenn der menschgewordene Gott Raum in unseren Herzen bekommt? Was wird erst dann passieren in unseren Häusern, Ehen, Freundschaften? In unseren Kindern, schwachen Herzen, zerstrittenen Beziehungen, belasteten Seelen – was wird erst dann in unserer Stadt passieren, wenn seine Helligkeit menschliche Herzen aufleuchten lässt!
Erwarten Sie das, erwarten Sie ihn. Entdecken Sie in der knallig-leuchtenden Zeit vor allem den Jubel, der sich stiller zeigt – den Jubel der heiligen, stillen Nacht. Den Jubel über Jesus.
Ihnen und Euch eine gesegnete Adventsund Weihnachtszeit.

Herzliche Grüße
Ihr Pfarrer Christian Heurich